Bestandteile des Lehms

Lehm war zu früheren Zeiten der Baustoff des „kleinen Mannes“. Er war überall und für wenig Geld zu haben. Jedes Dorf hatte seine eigene Lehmgrube.

Leider ist viel Wissen über die Zeit verloren gegangen und muss heute wieder mühselig erarbeitet werden. Das Leben mit Lehm wird in der heutigen Zeit wieder neu entdeckt und wir wollen unseren Teil dazu beitragen.

Lehm ist ein Verwitterungsprodukt unserer Natur und ein Gemisch aus Sand, Ton und Schluff (Quarzmehl). Minerale im Ton geben ihm seine individuelle Farbe. Kaum ein Lehm gleicht dem Anderen: zu unterschiedlich ist die Zusammensetzung von Ton- und Sandanteilen, die Größe der Sandkörner und die Tonarten, aus denen sie bestehen. Eine Übersicht über die verschiedenen Zusammensetzungen und daraus folglich veränderten Eigenschaften bietet Ihnen diese beistehende „Lehmpyramide“ (Quelle).

Enthält ein Lehm viel Sand wird er als „mager“ bezeichnet. Ist der Tonanteil besonders hoch, wird er als „fett“ bezeichnet.

Vor- und Nachteile des Lehmputzes und der Lehmfarbe

 

Zunächst zu den umfangreichen Vorteilen des Baustoffs „Lehm“:

 

  1. Lehm ist ein nachhaltiger Rohstoff, nach dem Durchtrocknen lässt er sich durch Wasserzugabe neu formen, ist somit jederzeit wiederverwendbar. Er erhält seine Festigkeit allein durch das Abtrocknen (ein rein physikalischer Prozess). Baubiologisch ist er deshalb sehr empfehlenswert.
  2. Lehm hat konservierende Eigenschaften, Holz- und Fachwerkwände werden von ihnen geschützt, weil Lehm vom Holz die Feuchtigkeit aufnimmt und es somit trocken hält.
  3. Lehm ist nicht brennbar aufgrund seiner rein mineralischen Zusammensetzung. Er enthält keine chemischen Zusätze.
  4. Lehm ist schalldämmend und hat ein gutes Wärmespeicherungsvermögen. Wohnungen, die mit Lehm geputzt wurden, sind im Winter warm und im Sommer kühl.
  5. Lehm nimmt Feuchtigkeit auf. Er wirkt somit feuchteregulierend, durch die Fähigkeit Wasser auf- und abzunehmen. So wird ein angenehmes Raumklima erzeugt. Mehr dazu in unserem Beitrag „Lehm im Bad„.
  6. Lehm bindet Gerüche, ist schadstofffrei und handfreundlich ( wegen seines neutralen pH-Wertes).
  7. Lehm ist im trockenen Zustand unbegrenzt haltbar.

 

Neben diesen umfangreichen Vorteilen, hat der Lehm jedoch auch einige Nachteile, welcher man sich bewusst sein sollte:

 

  1. Im Spritzwasserbereich ist Lehm nicht anwendbar, aufgrund seiner wasserabsorbierenden Eigenschaft.
  2. Es empfiehlt sich, Lehm nicht an stark beanspruchten Flächen, wie z.B. einem engen Flur in einem Mehrfamilienhaus, anzubringen. Die Druck- und Zugfestigkeit ist hierbei zu niedrig.
  3. Lehm ist eher nicht im Brandschutz anzuwenden, weil er im Brandfall abplatzt

 

Da seine Vorteile bei weitem überwiegen, wird er heute besonders bei der Oberflächengestaltung im Wohnbereich sehr kreativ eingesetzt.

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