Baustoff Lehm Eigenschaften

Lehm kann große Mengen an Luftfeuchtigkeit schnell aufnehmen, speichern und später wieder langsam abgeben, wenn die Luft zu trocken wird. So wird die im Raum anfallende Feuchtigkeit zum Beispiel beim Kochen, Duschen oder auch aus der Atemluft zwischengespeichert.
In Räumen in denen ausreichend Lehm verwendet wurde, liegt die relative Luftfeuchtigkeit in der Regel ganzjährig im Bereich von 40 – 60%. So wird ein sehr angenehmes Raumklima geschaffen, das zugleich optimal für die menschliche Gesundheit ist.
Denn bei ca. 50% Luftfeuchtigkeit wird das Austrocknen der Schleimhäute verhindert, wodurch Erkältungen vorgebeugt wird.

Baustoff Lehm

Der Baustoff Lehm ist eines der ältesten Baumaterialen. Die ersten Lehmbautechniken sind mehr als 9000 Jahre alt. Früher war es üblich aus Lehmziegeln und Lehmmörtel ganze Häuser zu bauen.

Auch in Deutschland haben wir eine ganz eigene Baukultur mit dem Baustoff Lehm. So findet er sich in unzähligen alten Fachwerkhäusern in verschiedenen Formen wieder. Üblich war Lehmputz oder Lehmfarbe an den Innenwänden, Decken.

Der Baustoff Lehm war deshalb zu früheren Zeiten der Baustoff des „kleinen Mannes“, weil er grundlegende Bedingungen eines ökologischen Baustoffs erfüllte:

  • LEHM BEFINDET SICH VERARBEITUNGSFERTIG IN DER ERDE 100%
  • Lehm hat einen gesundheitsfördernden Einfluss auf die Umwelt 100%
  • reine Lehmbaustoffe sind zu 100% recylebar 100%

Jedoch verlor Lehm als Baustoff in den letzten Jahrhunderten im Westeuropa an Bedeutung, da moderne Baustoffe immer mehr an Bedeutung gewannen.

Zunehmende Unverträglichkeiten und  Allergien verlangen heutzutage schadstoffarme Baustoffe. Diese Anforderungen erfüllt der umweltfreundliche Baustoff Lehm durch seine Fähigkeit, die Raumlauft deutlich zu verbessern. Deshalb erlebt der Baustoff Lehm in den letzten Jahren eine Renaissance. So wird vor allem im Innenbereich Lehmfarbe und Lehmputz als Gestaltungsmittel mit vielen positiven Eigenschaften eingesetzt.

Bevor die Eigenschaften beleuchtet werden, sollte man die Zusammensetzung des ökologische Baustoffs kennen:

Ton ist ein Schichtsilikat. Die engmaschige Zusammensetzung dieses Minerales verschafft Platz für die Speicherung von Feuchtigkeit bzw. Wasserdampf. Dieses Verhalten von Ton macht nicht nur den Ton sondern auch die Lehmfabe und den Lehmputz einmalig. Weiterhin enthält der Ton natürliche Begleitmineralien, die ihm seine charakteristischen Eigenschaften verleihen. Er kann sich unterscheiden in Geschmeidigkeit, Trocknungsverlauf , Wasserspeicherung und Farbton.

• Als Schluff bezeichnet man Mineralkörnungen, welche kleiner als Sand und größer als Ton sind. Der Schluff setzt sich in die Zwischenräume und füllt diese zum Teil aus. Der restliche Hohlraum dient der Wasserspeicherung.

 

Der ökologische Baustoff Lehm ist zu 100% natürlich!

Sand ist die größte Mineralkörnung im Lehm. Diese Minerale dienen als Füllstoff. Weiterhin ermöglicht der Sand im Lehm die handwerkliche Verarbeitung und baut die Oberflächenspannung ab. Denn reiner Ton lässt sich schlecht verarbeiten, weil er viel zu klebrig wäre. Er würde beim Trocknen reißen.

Eigenschaften von Lehm als Baustoff

Lehm als Baustoff hat viele Eigenschaften. Der überwiegende Teil der Lehm Eigenschaften sind positiv zu bewerten. Er ist umweltfreundlich, natürlich und ökologisch. Allerdings ist ein Bruchteil der Lehm Eigenschaften auch als nachteilig anzusehen. Für eine genaue Betrachtung der Eigenschaften des Baustoffs Lehms ist es deshalb notwendig, beide Seiten zu beleuchten.

Zunächst zu den umfangreichen Vorteilen des Baustoffs Lehm:

  1. Lehm nimmt Feuchtigkeit auf. Er wirkt somit feuchteregulierend, durch die Fähigkeit Wasser auf- und abzunehmen.
  2. bindet Gerüche, ist schadstofffrei und handfreundlich (wegen seines neutralen pH-Wertes). Er verursacht keine Allgerien.
  3. ist schalldämmend und hat ein gutes Wärmespeicherungsvermögen. Wohnungen, die mit Lehm geputzt wurden, sind im Winter warm und im Sommer kühl.
  4. lädt sich nicht elektrostatisch auf. Dadurch wird der Staubverwirbelung im Raum entgegengewirkt.
  5. ist ein nachhaltiger Rohstoff. Nach dem Durchtrocknen lässt er sich durch Wasserzugabe neu formen, ist somit jederzeit wiederverwendbar.
  6. hat konservierende Eigenschaften. Holz- und Fachwerkwände werden vom Lehm geschützt, da er die Feuchtigkeit vom Holz aufnimmt und es somit trocken hält.
  7. ist nicht brennbar aufgrund seiner rein mineralischen Zusammensetzung. Er enthält keine chemischen Zusätze.
  8. … erhält seine Festigkeit allein durch das Abtrocknen (ein rein physikalischer Prozess). Baubiologisch ist er deshalb sehr empfehlenswert.
  9. ist im trockenen Zustand unbegrenzt haltbar.
  10. … ist biologisch abbaubar und damit umweltfreundlich.

 

 

Neben diesen umfangreichen Vorteilen, hat der Lehm jedoch auch einige Nachteile:

  1. Im Spritzwasserbereich ist Lehm nicht anwendbar, aufgrund seiner wasseraufnehmenden Eigenschaft. Gleiches gilt für den Außenbereich, wenn dieser nicht durch Dachüberstände o. Ä. geschützt ist.
  2. Es empfiehlt sich, Lehm nicht an stark beanspruchten Flächen, wie z.B. einem engen Flur in einem Mehrfamilienhaus, anzubringen. Die Druck- und Zugfestigkeit ist hierbei zu niedrig.
  3. Lehm ist eher nicht im Brandschutz anzuwenden, weil er im Brandfall abplatzt.

Deutlich überwiegen die Vorteile der Lehm Eigenschaften die Nachteile.

Es ist deshalb logisch, dass der Baustoff Lehm eine große Konkurrenz zu modernen Baustoffen darstellt. Lehmprodukte wie Lehmputze und Lehmfarben entsprechen allen Anforderungen eines modernen und ökologischen Baustoff.

 

Der Baustoff Lehm verbessert die Raumluft

 

Die wichtigste Eigenschaft des Baustoffs Lehm ist die Verbesserung der Raumluft:
Ein gesundes Raumklima im Hinblick auf die Feuchtigkeit der Raumluft bedeutet, dass sich diese um einen Wert von 50 % einpendelt. Schwankungen in der Menge des Wasserdampfs in der Raumluft sind völlig normal. Ziel ist es  Schwankungen Wasserdampfs in der Raumluft zu verkleinern.

Der Baustoff Lehm hat die Eigenschaft, überschüssige Feuchtigkeit aus der Raumluft aufzunehmen und zu speichern. Wenn die Raumluft wieder Feuchtigkeit aufnehmen kann, gibt der Baustoff Lehm den Wasserdampf wieder an die Raumluft ab. Das ist die so genannte Sorptionsfähigkeit. Die Tonminerale im Lehmputz bewirken diesen Effekt. Dafür braucht es allerdings nicht sehr dicke Lehmwände. In den ersten 10 mm einer Lehmschicht spielt sich das Meiste ab, besonders in den ersten 3 mm. Diese dünne Schicht reagiert am schnellsten und erst wenn diese obere Schicht gesättigt ist, absorbieren die Schichten dahinter Feuchtigkeit.

Für die Regulierung der Raumluft die Fläche entscheidender ist als die Schichtdicke, weil sie schneller reagiert. Das gilt im Übrigen auch für die Struktur, besonders porige und raue Strukturen können aufgrund der Oberflächenvergrößerung schneller die Raumluft verbessern.

Lehm ist ein sehr guter Puffer, er kann aber weder Feuchtigkeit produzieren noch einen andauernden Feuchtigkeitsüberschuss abbauen. Wer von Grund auf ein zu trockenes Raumklima hat, kann mit Lehmprodukten einen zwischenzeitlichen „Feuchtigkeitsspeicher“ schaffen. Wo es zu feucht ist, kann Lehm eine gewisse Menge bis zu seiner eigenen Sättigungsgrenze aufnehmen. Ist der Lehmputz „satt“ und weitere Feuchtigkeit entsteht, kann er diese nicht absorbieren.

Lehm verbessert die Raumluft außerdem mit diesen Eigenschaften:
Für Hausstauballergiker besonders interessant ist, dass Lehmoberflächen sich elektrostatisch nicht aufladen lassen. Dadurch wird der Staubverwirbelung im Raum entgegengewirkt.
Außerdem reinigen die Tonminerale im Lehmputz die Raumluft, weil diese in der Lage sind: Fremd- und Schadstoffe in hohem Maße zu binden.

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